Während der Lebenslauf zeigt, was du kannst, erklärt das Anschreiben, warum genau du zu diesem Job passt. Welche Unterlage zuerst gelesen wird, hängt vom Bewerbungsverfahren ab. Ein individueller Einstieg nutzt den Platz besser als ein austauschbarer Standardsatz. Ein gutes Anschreiben verbindet deine Erfahrung mit den Anforderungen der Stelle.
Stand: September 2026
Ein Anschreiben ist maximal eine DIN-A4-Seite lang und folgt einer klaren Struktur: Briefkopf mit Absender und Empfänger, Datum, Betreffzeile, persönliche Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss und Unterschrift.
Die Betreffzeile enthält die exakte Positionsbezeichnung und die Referenznummer aus der Stellenanzeige. Beispiel: "Bewerbung als Projektmanager (Ref. 2026-041)". Vermeide das Wort "Betreff:" selbst, das ist heute überholt.
Ein konkreter Einstieg macht deine Motivation verständlich. Standardformulierungen wie "hiermit bewerbe ich mich" verbrauchen Platz, ohne etwas über dich zu erklären. Stattdessen: zeige Bezug zur Stelle, zeige Recherche, zeige Begeisterung.
Starker Einstieg: "Ihr neuer Standort in Berlin, die flachen Hierarchien und die Rolle als Schnittstelle zwischen Produkt und Vertrieb, genau die Kombination, die ich seit drei Jahren bei der XYZ GmbH aufgebaut habe."
Im Hauptteil zählen konkrete Erfolge statt Allgemeinplätze. Ein fiktives Beispiel für einen belegbaren Satz: "In meinem aktuellen Projekt koordiniere ich ein 8-köpfiges Team über drei Zeitzonen und habe die Release-Zyklen von zwei auf sechs pro Jahr gesteigert."
Nutze die Struktur "Anforderung → Beleg". Lies die Stellenanzeige und adressiere die drei wichtigsten Anforderungen mit je einem konkreten Beispiel aus deiner Praxis.
Nenne Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin, wenn die Ausschreibung danach fragt. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, auf Gehaltswünsche nur einzugehen, wenn sie gefordert sind.¹
Der letzte Satz ist eine selbstbewusste Einladung, kein Bettelsatz: "Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch zu zeigen, wie ich die Position bereichern kann."
In der Regel reicht eine DIN-A4-Seite. Konzentriere dich auf die wichtigsten Argumente und beachte abweichende Vorgaben des Arbeitgebers.
Nur wenn in der Stellenanzeige danach gefragt wird, dann aber zwingend. Bei Initiativbewerbungen optional.
No-Go, wenn der Ansprechpartner in der Anzeige steht. Dann zwingend namentlich ansprechen. Nur wenn wirklich kein Name verfügbar ist, ist die Standardformel akzeptabel.
Nein. Auch die Kurzbewerbung hat ein Anschreiben, nur ohne zusätzliche Anlagen wie Zeugnisse.
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